
Die Wieste entspringt in einem Moorgebiet zwischen Bockel und Gyhum und schlängelt sich durch Wiesen, Wälder und Felder nach Süden, um bei Ottersberg in die Wümme zu münden. Ihre Niederung liegt an Rande der Zevener Geest, einem eiszeitlichen, flachwelligen und vorwiegend sandigen Grundmoränenland. In den Mulden und Senken der Geestlandschaft bildeten sich kleine Moore, Sümpfe und Bruchwälder. Manche sind bis heute erhalten und tragen wesentlich zum natürlichen Reichtum der Landschaft bei.
Hügelgräber wie bei Reeßum legen Zeugnis von der schon frühgeschichtlichen Anwesenheit der Menschen ab. Seit dem Mittelalter haben die Bewohner die Naturlandschaft durch Rodungen, Entwässerung und die bäuerliche Bewirtschaftung immer stärker verändert.
Es ist im Lauf der Jahrhunderte eine reich gegliederte, weithin naturnahe Kulturlandschaft entstanden, die in ihrer Charakteristik und Vielfalt nur durch landwirtschaftliche Nutzung erhalten werden kann. Die Dörfer und Ackerflächen auf trockenen, höher gelegenen Sandplatten, Grünland und Weiden in feuchteren Gebieten wechseln mit kleineren und größeren Wäldern ab. Immer noch ist eine vergleichsweise kleinteilige Gliederung Ausdruck aktiver Landwirtschaft in der Region, ein abwechslungsreiches Bild mit Wallhecken und Gehölzstreifen an den Wegen, mit baumgesäumten Straßen und dicht bewachsenen Uferstreifen an den Wasserläufen. In mehreren Landschafts- und Naturschutzgebieten – etwa dem Glindbusch nördlich von Mulmshorn oder dem Hemelsmoor nördlich von Steinfeld – werden artenreiche Biotope erhalten. Der industrielle Torfabbau, wie im Borchelsmoor südöstlich von Mulmshorn, ist inzwischen eingestellt.
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